Bruns & Bruns bKV-Szenariorechner ← Strukturkosten
Hinweis zur Einordnung: Dieser Rechner liefert eine heuristische Szenariobetrachtung – keine Prognose und kein Wirkversprechen. Die bKV ist Versorgungsinfrastruktur: Sie verändert strukturell den Zugang zu Behandlung, nicht Gesundheit selbst. Ob und in welchem Umfang sich Ausfallzeiten oder Fluktuation verändern, hängt von Tarif, Netzwerk, Indikation und betrieblichem Kontext ab.

Dieser Rechner arbeitet nicht mit Erfolgsversprechen. Er ermittelt den Schwellenwert: Wie stark müsste die Fehlzeitenquote sinken, damit die Investition in eine betriebliche Krankenversicherung kostenneutral wäre? Diese Umkehrung der Fragestellung ist methodisch bewusst gewählt — sie ersetzt Prognose durch Plausibilitätsprüfung.

Die Berechnungen orientieren sich an Kapazitätsgrößen: Personentage und Vollzeitäquivalente, die durch Abwesenheit strukturell nicht verfügbar sind. Die monetäre Übersetzung ist nachgeordnet — sie folgt aus dem Kapazitätsverlust, nicht umgekehrt.

Branchenspezifische Profile berücksichtigen, dass identische Ausfallzeiten in unterschiedlichen betrieblichen Kontexten unterschiedliche Organisationswirkungen haben können. Ein Ausfall im Schichtbetrieb mit Mindestbesetzung hat eine andere systemische Bedeutung als ein Ausfall in einem flexiblen Büroumfeld. Der Strukturkosten-Faktor ist eine Modellgröße, keine empirische Messung.

Versorgungslatenz — die Zeitspanne zwischen gesundheitlichem Bedarf und tatsächlicher Behandlung — ist als strukturelle Einflussgröße im Modell angelegt. Eine betriebliche Krankenversicherung setzt an der Organisation von Zugang zu Versorgung an. Ob und in welchem Ausmaß das betrieblich wirkt, hängt von Rahmenbedingungen ab, die dieses Modell nicht abbildet.

Diese Szenariobetrachtung liefert keine Entscheidung. Sie schafft eine Grundlage, um Annahmen transparent zu machen und Entscheidungen strukturiert vorzubereiten.

bKV-Szenariorechner

Branchenprofil & Szenario

Branchenprofil auswählen (typische Gehälter/Fehlzeiten/Fluktuation) und – optional – ein Szenario wählen, um konservative oder ambitionierte Annahmen zu simulieren.

Branchenprofil
Szenario

Eingaben

Regler einstellen, Annahmen prüfen und eine heuristische Szenariobetrachtung zur wirtschaftlichen Größenordnung erhalten. Werte lassen sich per Regler und Zahlenfeld ändern. „Auto" bedeutet: wird aus dem Jahresbrutto abgeleitet. Umschalten auf manuell? Einfach den Wert ändern.

frei
MA
Gesamtzahl aller Beschäftigten.
Steuert abhängige Felder
Dieser Wert steuert mehrere Felder. Änderungen passen diese automatisch an (sofern nicht manuell geändert).
frei
Tage
Richtwerte – bitte branchenspezifisch prüfen.
frei
%
Austritte pro Jahr in % der Belegschaft.
auto
Ableitung aus Jahresbrutto – kann manuell überschrieben werden.
auto
Schätzt indirekte Effekte (Koordination, Qualität, Ausfälle).
frei
Listenpreis ohne AG-Sonderkonditionen.
auto
Austrittskosten (Abwicklung, Wissenstransfer, Vakanz).
auto
Recruiting, Onboarding, Minderleistung in Einarbeitung.

Szenariorechner · Heuristische Orientierung · Keine Gewähr · Kein Wirkversprechen

Dieser Rechner ist ein Orientierungswerkzeug für Entscheider, die eine wirtschaftliche Einordnung wünschen. Er ergänzt die strukturelle Perspektive des Strukturkostenrechners um eine heuristische Kostenbetrachtung.

Einordnung der Methodik

Der Szenariorechner bildet keine Prognose ab, sondern eine heuristische Größenordnung. Er kombiniert branchenspezifische Durchschnittswerte (Fehlzeiten, Fluktuation, Gehaltsniveau) mit einstellbaren Annahmen zur möglichen Wirkung einer betrieblichen Krankenversicherung auf Ausfallzeiten und Personalwechsel. Die zugrunde liegende Logik: Eine betriebliche Krankenversicherung setzt an der Organisation von Zugang zu Versorgung an — im Rahmen der jeweiligen Tarif- und Netzwerkbedingungen.

Die dargestellten Szenarien (konservativ, Basis, ambitioniert) variieren die Annahmen innerhalb eines Korridors plausibler Schwankungsbreiten. Diese Bandbreiten stützen sich auf Plausibilitätsüberlegungen, nicht auf kausale Evidenz. Der Rechner macht die Strukturlogik sichtbar — die tatsächliche Wirkung hängt vom betrieblichen Kontext, der Tarifgestaltung und der Implementierungsqualität ab.

Quellen: BAuA (2024): Volkswirtschaftliche Kosten durch Arbeitsunfähigkeit. BKK Dachverband (2024): AU-Daten. Eigene Modellrechnung auf Basis branchenspezifischer Durchschnittswerte.